Manchmal hab ich einen Hund…
… und ich möchte sagen: nein, der gehört nicht zu mir, ich hab ihn nur zufällig im Schlepptau. Wir kennen das ja alle: wir wünschen uns einen Hund mit Charakter, der trotzdem aufs Wort hört, wir wünschen uns einen Hund, der jederzeit zum Top-Hunde-Model taugen würde - einfach rundrum einen vorzeigbaren Vierbeiner, auf den mal stolz sein kann, währen die Leute einem hinterherschauen und sich zumurmeln: Oh, ist der aber süß!
Tja- all diese Träume kann man sofort begraben, wenn man an einer stinkenden Drecksbrühe einem idyllischen kleinen Waldtümpel vorbeikommt und einen Moment unbedacht nicht hinschaut… So geschehen heute nachmittag… Gut, könnte man sagen, Hundenasen sind eben fein und haben ganz andere Ansprüche, - soll Mensch einfach nicht so zimperlich sein. Und das bisschen Dreck, was solls? Mensch, hab dich nicht so! Ich bin dein Hund, du wolltest es nicht anders.
Trotzdem hätte ich schreien können, als Nele zufrieden, aber mehr schwarz als fauve neben mir aus dem “Wasser” steigt, sich um sie herum eine Duftwolke ausbreitet und sie sich genüsslich neben mir schüttelt, während sie dabei eine Menge jahrelang vor sich hin gammelnder Wasserlinsen, Blätter und Ästchen um sich herum verteilt.
Spaß beseite. Mir war die Lust auf den Spaziergang echt vergangen. Leider war unterwegs keine brauchbare, weitere Pfütze, um das Ganze noch etwas einzudämmen. So musste ich diese kleine, fellige und vor allem duftende Dreckschleuder ins Auto packen.
Alle Briard-Besitzer wissen: jetzt fing die Arbeit erst an. Auf eine Stunde Spaziergang folgte erstmal eine weitere Stunde Gartenschlauchmanöver. Aktionen wie diese sind der Worst Case.
Ich habe eine halbe Flasche Shampoo und noch eine Flasche Weichspüler über dem Hund verteilt, nachdem die Brühe aus Nele wenigstens nicht mehr schwarz sondern nur noch dreckig herunterlief. Ich weiß - das macht man nicht, aber die menschliche Nase erträgt so wenigstens wieder die Gegenwart des Hundes. Mit diesem ganzen Weichmacher ist es uns gelungen, wenigstens einen Teil der mitgebrachten Kleinteile aus dem Fell wegzuschwemmen. Weitere 50 Prozent düften sich derzeit noch im Fell befinden.
Wer einen Briard hat, der weiß: nass kämmen ist praktisch unmöglich.So trocknet der Hund gerade vor sich hin. Ich muss morgen früh sehen, wo ich mit dem Kämmen anfangen muss, um erstmal die schlimmsten Spuren n den Griff zu bekommen. Im Moment sieht das Ganze für mich sehr resigniert mehr nach großer Scher-Aktion aus, aber ich hoffe, dass ich mich morgen soweit gefangen habe, um wieder einmal pragmatisch an die Sache ranzugehen und mich der ganzen neuen Filzknoten anzunehmen.
Ach Hund, ich hab dich wirklich lieb. Aber wenn ich mir sowas vorher bewusst gemacht hätte, gäbs dich vielleicht nicht. Ein Grund, vielleicht auch ein bisschen mit Herz statt nur mit Verstand “auf den Hund” zu kommen. Heute jedenfalls hast du mich wiedermal ganz schön in die Hunderealität zurückgeholt…
Sollte bis morgen früh hier noch jemand mitlesen, der die ultimative Idee für diesen Härtefall hat, freue ich mich über die Maßen - im Moment wirds mir noch ganz anders…

Nelli
geschrieben am 25 Apr 10 um 12:00Hallo Nele,
Moorbäder machen schön und sind gesund…..! Sagt man jedenfalls!
Hier hilft beim Kämmen jetzt nur noch ein Prosecco, ganz viel Humor und noch mehr Geduld und innere Ruhe. Dafür bist du danach wieder der “schönste” Hund der Welt!
Schade, dass ich nicht mit dabei war. Wir hätten bestimmt viel Spaß gehabt!
Ganz liebe Grüße von Nelli
Berit
geschrieben am 25 Apr 10 um 16:53Liebe Nele,
Dein Bruder Miro gönnt sich noch ein bißchen mehr:
er wälzt und suhlt sich außerdem noch in einem toten Karpfen…
Den trockenen Dreck kann man irgendwann in den nächsten Tagen zusammenfegen, aber der unerträgliche Gestank bleibt - auch noch nach Tagen in Frauchens Nase!
Liebe Grüße
Berit
Emils Frauchen
geschrieben am 25 Apr 10 um 22:27Ich wäre mit dem Hund zum nächsten See gefahren und hätte ihn erstmal lange baden lassen. Das holt schon sehr viel aus dem Fell wieder raus. Den Rest schafft im trockenen Fell ein Fellstiegel mit Metallborsten (z.B. Ehaso Multibrush). Gegen Gestank im Fell soll Tomatensaft zuverlässig helfen. Wir haben jeglichen Rest-Gestank unserer Briards bisher tapfer ertragen, deswegen wissen wir nicht, ob es funktioniert. Der Tomatensaft-Tipp kommt von Briardbesitzern. ;-)
LG BB
der Michel
geschrieben am 26 Apr 10 um 15:17Hallo Schwesterchen ,ist das Leben nicht toll.
Wunderbares Schlammbad mit Geruchsverstärker ,einmalig………
Aber was noch besser ist ,Schweinegülle ,die jetzt im Frühjahr die Landwirte hier bei uns auf die Felder fahren. Das ist der absolute mega Knaller.
Wir sehen öfters so aus, aber das lässt den Chef und die Chefin ziemlich cool, die sind Pferde putzen und Hunde waschen gewöhnt, wir gehen dann erst in den Fluss und dann kommt das volle Wohlfühlprogramm.
Wenn wir dann rein wollen kommt natürlich gleich der Superspruch :
Ein Hund und ein Schwein gingen eine Ehe ein, und das Produkt aus diesem Bunde sind wir alten Schweinehunde
Wir sind gern Hundescheine, also Mädel auf ein Neues
der Michel
Anne-Kathrin
geschrieben am 27 Apr 10 um 07:07Danke für Euere Erfahrungsberichte…!
Der tote Karpfen ist allerdings kaum zu toppen, da hab ich ja noch Glück gehabt…!
Den Trick mit dem Tomatensaft haben wir dieser Tage gehört, ich konnte es kaum glauben. Danke! Kann ja immer mal sein, dass uns ein toter Fisch begegnet ;-)
Nele übrigens sieht schon wieder sehr manierlich aus.
Nachdem ich mit zunehmend schönem Wetter auch wieder mehr Lust auf die Kamera habe, gibt es sicher bald Neues!
Sally
geschrieben am 27 Apr 10 um 12:01Mh, lecker. Weiter so. Wenn man dass ein paar mal mitgemacht hat, ist das Ganze nur mehr halb so schlimm. Also nicht resignieren, beim nächsten mal bleibst Du schon etwas cooler. Es gibt jede Menge toller Sachen die wir mit unseren Hunden erleben dürfen, da ist dass doch nur eine Kleinigkeit.
Liebe Grüße
Marlis
Effendi
geschrieben am 28 Apr 10 um 08:16Hi Nele,
Superaktion. Komm doch mal wieder bei mir vorbei. Ich kenne auch tolle Spielplätze!
Dein Bruder Effendi
Johannes
geschrieben am 01 Mai 10 um 21:15Oh oh oh, ich sag mal so: da haben wir mit 2 schwarzen, kurzhaarigen Langbeinern ein paar Vorteile, nicht was den Charakter betrifft (!), sondern nur das “Danach” ;)
schönen Abend noch, Johannes