Sicher mit Hund

Schon gelegentlich habe ich mit U. darüber gesprochen, wie froh wir sind, einen Hund zu haben, wenn wir uns in einsamen Gegenden herumtreiben, um dem Hund und uns frische Luft zu gönnen.

Das Verrückte dran ist ja, dass wir es genau deshalb tun, weil wir einen Hund haben. Ihr wisst, ich wäre früher nie freiwillig drei Meter zu Fuß gegangen, vor allem nicht bei dem Sauwetter (sollte das also nicht in 111 Gründen, auf den Hund zu kommen, auftauchen - wichtig!: der Hund macht sogar das möglich und es ist ein guter Grund… - wobei ich einen viel besseren habe!)

Heute war wieder so ein Sauwetter, eines, bei dem man seinen Hund am Besten Liebsten allein vor die Tür jagt. Damit das Ganze nicht in einer Schlammschlacht endet, bin ich den Radlweg entlang. Ihr müsst Euch eine stillgelegte Bahntrasse vorstellen, die von Regensburg ins keine Ahnung wie viel Kilometer entfernte Falkenstein führt - über Wenzenbach. Walhalla Bockerl hieß übrigens der kleine Zug, der die Strecke früher bediente. Heute steht er beim Goldenen M in Regensburg für Kindergeburtstage.

Die Strecke ist recht idyllisch und im Sommer rege frequentiert von Radlern. Die übrigens lassen sich mit dem Bus und dem Bike im Anhänger nach Falkenstein karren, denn Richtung Regensburg geht es bergab. Sportlich eben ;-)

Heute war dort nichts los. Wie auch. Es sind nur Hunde und Hundebesitzer unterwegs. Es war aber nicht nur nichts los, es war auch richtig trist. Schneeregen, fast ein wenig neblig und zeitweise unheimlich. Die Strecke führt größtenteils durch den Wald, vorbei an einsamen Wiesen, fast ausschließlich jedenfalls durch die Pampas.

Natürlich hatte ich mal wieder das Handy nicht dabei. Zwar hatte ich den Daheimgebliebenen erzählt, wo ich hinwill, aber das Umland ist für die Horde an Couchpotatoes und Autofahrern eher ein Böhmisches Dorf. Bis mich da jemand gesucht und gefunden hätte…

Genau dahin ging meine Überlegung: Was tun, wenn mir etwas passiert? Seit heute spüre ich, ganz plötzlich, meinen rechten großen Zeh. Den hab ich mir vor über 20 Jahren mal gebrochen - keine Ahnung, aber irgendwie macht das ein mulmiges Gefühl, ganz abgesehen davon, dass es nicht nur für mich, sondern auch für den Hund ein Drama wäre, wenn hier etwas kaputt gegangen sein sollte.

Verunfallt also? Kann ja durchaus passieren. Hätte passieren können bei dem eisigen Untergrund der letzten Tage und Wochen. Oder irgendwer, der einem alles will, nur nichts Gutes? So als Frau allein - da spielt einem die Phantasie ja gern mal einen Streich.

Gut, wenn man einen Hund dabei hat?

Ich weiß nicht. Mein Hund, der täte keiner Fliege etwas zu leide. Und wenn ich daläge und mich nicht mehr bewegen könnte, dann würde der Hund vor lauter Hüteinstinkt bei mir bleiben. Er würde jedenfalls nichts tun, das mir helfen würden, träte denn der Worst Case ein.

Oder? Oder nicht?

Wie verhalten sich Hunde in solchen Fällen? Kann man sich mit Hund wirklich sicherer fühlen? Was kann man tun, um einen Hund dazu zu bewegen,  - nein, einem Hund beizubringen, im Notfall das richtige zu tun? Steckt man schon mitten in einer semi-professionellen Hundeausbildung, wenn man sich soetwas wünscht? Und: verteidigt einen der eigene Hund? (Achtung, an alle Unker und Blogvermieser: ich will aus dem Briard beim besten Willen keine Bestie machen, es ist nur eine Frage!)

Kennt Ihr den Gedanken? Wie sicher kann man sich wirklich mit Hund fühlen und was kann bzw. muss man dafür tun?

 

5 Antworten zum Beitrag “Sicher mit Hund”

  1. nelli

    geschrieben am 07 Mär 09 um 22:29

    hi nele,

    wohl dem, dass du ein briard und somit ein großer hund bist….!!!!

    du wirst ganz sicher immer spüren bzw. riechen wenn deine anne gesundheitliche und seelische probleme hat, super gut bzw. nicht gut drauf ist. — und dann wirst du auch zuverlässig reagieren…!!! ich kenne hunde, die zuverlässig den kommenden insulin-schock des herrchens voraussagen, weil sie ihn “buchstäblich” riechen.

    aber…!
    im wald verlässt du dich sicher lieber auf anne , denn sie ist deine chefin (auch wenn es das gegenüber nicht weiß - was auch wichtig ist ) und sie gibt dir sicherheit. deshalb, gemeinsam stark sein!!!

    lg nelli

  2. Emils Frauchen

    geschrieben am 08 Mär 09 um 02:14

    Ich bin mir sehr sicher, dass ich mich auf Emil verlassen kann. Er ist zwar in der Regel neutral anderen Menschen gegenüber, aber ich weiß auch, dass er anders kann, wenn er es für angebracht hält. Beibringen musste ich das meinen Rüden nie. Meine Hündin war da sehr anders, die hat hinter mir gestanden und gemeint: Mach mal, Frauchen!
    LG BB

  3. Johannes

    geschrieben am 08 Mär 09 um 07:18

    Ist eine Frage, die wir uns bei jedem Hund immer wieder gestellt haben und bei den meisten auch beantworten konnten/können. Wenn wir es beantworten können, dann gab es Vorfälle, die mehr oder minder eindeutig darauf schließen lassen, wie sich Hund im Ernstfall verhält.
    Max, Leonberger, hätte ohne Wenn und Aber sein Frauchen verteidigt, hatte diesbezüglich übertriebenes “Pflichtbewusstsein” , Sheila, Rottweilerhündin, ebenfalls.
    Doggendame Aja: fraglich, können wir nicht beantworten. Bassetrüde immer nur gut aufgelegt und freundlich: wir sind aber ziemlich sicher, er hätte wohl nicht beschützt sondern freundlich gewedelt :-(, und seine Schwester hat beschützt (Vorfall: Als Carmen wieder einmal weit vorauslief und in ein Blumenbeet stürzte, eilte eine fremde Dame hin und wollte sie aufheben. Obwohl Frauchen rief das nicht zu tun, spielte die Dame Samariterin und Chatty zwickte sie schon).
    Paris beschützt die Enkel sehr (sogar vor Schwiegertochter, wenn diese Carmen aus der Pfütze zieht und Carmen schreit), ob er Frauchen beschützt können wir noch nicht sicher beantworten. Bel Ami - so wie es aussieht - beschützt Enkel und Frauchen.
    Wir sind uns aber bewust, dass ein ernster Extremfall unter Umständen ein anderes Bild zeichnen könnte, sowohl in die eine als auch andere Richtung.
    Verhält sich Nele eigentlich ein wenig anders, wenn Linus dabei ist?
    Nelli hat übrigens schon Recht, zuerst - und Nele ist noch jung - muss sie das 100%ige Gefühl haben, dass du sie beschützt …
    Liebe Grüße Johannes

  4. Anne-Kathrin

    geschrieben am 09 Mär 09 um 18:19

    Ach Johannes ;-)…

    Ich glaub, Paris und Bel Ami tragen allein durch ihre Größe ihren Teil dazu bei, dass man sich keine Sorgen machen muss.
    Das liegt bestimmt in der Natur der Sache.

    Ich habe lange über die Frage nachgedacht, ob Nele sich anders verhält, wenn Linus dabei ist. Ich kann sie noch nicht beantworten.
    Die beiden blödeln natürlich eher, zumindest dann, wenn Linus nichts “Besseres” findet.

    Nele wäre jedenfalls auch eher die “freundliche Wedlerin”, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie meine Stimmungslage ganz gut einschätzen kann.

  5. Emils Frauchen

    geschrieben am 11 Mär 09 um 15:39

    Nele wird sich noch verändern, so ab dem Alter von 3 Jahren könnte sich in der Hinsicht “beschützen” vielleicht was tun.
    LG
    BB

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