Es wär doch schad drum

Es war genau an jeder Stelle, an der ich kürzlich das Foto von Nele gemacht hatte, oben in Birkenhof.

Nicht sichtbar: rechts davon befindet sich ein nicht bestelltes Feld. Und so lieb und brav Nele neben wir hertrappelt, der Rückweg vorbei an dem Feld funktioniert nicht. Dort müssen Vögel gehütet werden. Und wenn es keine Vögel gibt, dann muss Nele rennen und welche suchen.

Just in dem Moment als Nele furchtbar Vögel suchte, kam von rechts, auf Höhe des Baums der Jäger. Worst Case. Worst Case, weil Nele nicht kommen wollte. Noch mehr Worst Case, weil Nele dann nach meinem Rufen auf mich zu auch noch fast in sein Auto rannte (keine Sorge - …). Der Jäger übrigens: kein “Profi”, sondern jemand mit Jagdlizenz (oder gibt es da keine Unterscheidung? Ihr wisst, was ich meine)

Die darauffolgende Begegnung war zwar nicht so dramatisch wie die seinerzeit mit dem Biobauern und dem Traktor. Aber erfreulich ist was anderes:

“Leinen’s den Hund an, sonst muss ich ihn erschießen! Wär doch schad drum, oder?”

“Gehn’s mit ihm in einem Hundeschule. Meine Hunde liegen sofort wie tot [das habe ich verstanden, sinngemäß aber sicher irgendwas wie "ruckzuck und dann bewegungslos"...] auf dem Boden, wenn ich pfeif!”

Okay, da oben ist die Welt doch nicht so in Ordnung. Er erklärte mir zwar, er habe gerade kein Gewehr dabei, aber ich weiß nicht, ob mich das beruhigen soll. Hätt er tatsächlich das Gewehr gezückt, vor meinen Augen?

Im Moment ist es übrigens wirklich heikel mit dem Jungwild. Sogar auf der Wiese tummeln sie sich, nicht nur die Rehe sondern auch Hasen. Komischerweise sehe ich sie aber immer zuerst, während Nele blinde Kuh spielt - ein Glück für uns beide, denn so konnten wir 8 von 10 Rehen ungesehen an uns vorbei ziehen lassen. Die zwei, die Nele gesehen hat, die durften einfach weiterziehen. Und der Hase, der uns kürzlich begegnete - auf den wär ich beinah draufgetreten. Er saß so unauffällig im hohen Gras, dass ich ihn einfach nicht gesehen habe. Nele auch nicht, die hat zwei Meter weiter ein bisschen gebuddelt.

Wir haben also so gesehen kein Problem mit dem Wild. Nur ich renne etwas angespannt durch die Gegend - und jetzt noch mehr.

 

2 Antworten zum Beitrag “Es wär doch schad drum”

  1. Johannes

    geschrieben am 15 Mai 09 um 19:22

    Oh nein, diese Sprüche, wie ich die kenne :-( Frauchen ist immer froh, wenn ich nicht dabei bin, wenn einer dieser Branche auftaucht und loslegt. Sie kann sich da einen Deut besser beherrschen ;-)
    Erstens kenn ich keinen Jäger dessen Hund wirklich brav folgt und wenn, dann ist er ein schwerer Neurotiker (wie sein Herrchen), der mit Elektromethoden abgerichtet wurde.
    Haks ab und passt auf, dass ihr keinen trefft, scheint wirklich überall dasselbe zu sein. Und ja, es sind offenbar wirklich vor allem diese Hobbyjäger :-(
    liebe Grüße Johannes

  2. Emils Frauchen

    geschrieben am 15 Mai 09 um 20:33

    Da hatte ich bisher Glück. Unser Jäger hier ist sehr nett, hat noch nie was von erschiessen oder anleinen gesagt. Fährt extrem vorsichtig an uns vorbei. Bisher war Emil aber auch immer in meinem näheren Dunstkreis, wenn wir uns getroffen haben.
    LG
    BB

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