Ein ganz normales Wochenende…

Die Wochenenden sind bei uns irgendwie das, was ich am allerwenigsten erholsam finde. Denn einen Tag bin ich mit Nele und Linus allein und dann müssen wir uns irgendwas einfallen lassen, was aber bei diesem Mistwetter (ja, es soll woanders recht schön sein, hier nicht!) gar nicht so einfach ist. Heute haben wir uns daher mal wieder für einen ganz normalen Spaziergang im Wald entschieden.

Fazit, um es kurz zu machen, das Ergebnis heute:

  • ein Hund, der nicht ausreichend gewalkt worden ist
  • eine Ladung Wäsche für die Maschine
  • eine entnervte Mutter, die erstmal einen Kaffee brauchte

Elanvoll

Voller Elan steige ich jedesmal ins Auto, mit dem guten Vorsatz, es diesmal besser zu machen.

Der Hund hüpft auch ganz freudig in den Kofferraum, bei Linus ist es dann schon eher tagesformabhängig, ob er gerne und schnell oder lustlos und im Schneckentempo ins Auto steigt. Meistens fällt ihm dann spätestens an der dritten Straßenecke ein, dass er eigentlich gar nicht mitkommen wollte und an der fünften Straßenecke, dass er eigentlich ja ganz woanders hin wollte. Die Stimmung ist also wackelig, wenn wir unser Ziel erreicht haben.

Die ersten paar Meter klappen meistens gut. Linus und ich unterhalten uns, Hund sucht sich ein Pinkelplätzchen und wir wackeln so durch die Gegend. Irgendwann geht es Linus zu schnell und dem Hund zu langsam. Ich hänge in der Mitte, plärre mal hier und mal da, weiter in der guten Absicht, einen für immer im positivsten Sinn denkwürdige Spaziergang zu absolvieren. Da das vor allem von Linus abhängig ist, versuche ich hier, bestmögliche Stimmung zu machen.

Unzufriedenheit macht sich breit

Die nächsten paar Meter bahnt sich das Drama dann allerdings schon an. Da fängt es hier an zu zwicken, hier an zu jucken. Überhaupt sei man müde und daheim sei es ja viel kuscheliger (finde ich auch, sag ich aber nicht). Ich quäle mich weiter mit Drohungen, die nichts helfen, mit Aussicht auf Belohnung, die aber irgendwann auch nichts mehr bringt. Denn es kommt der Punkt, da dreht Linus einfach um. Nicht bevor er entweder ein paar Mal unachtsam hingefallen ist oder sich hat hinfallen lassen.

Ich fange also den Hund ein (wenigstens ein Begleiter, der funktioniert, wenn er soll, denke ich mir) und wir drehen um. Damit der Hund wenigstens noch ein bisschen Bewegung bekommt (beim Blick auf die Uhr sind wir gerade mal eine gute halbe Stunde unterwegs), versuche ich, noch ziemlich zu trödeln (und nebenher Nele davon abzuhalten, Linus als Hundefreund zu “missbrauchen”). Trotzdem sind wir nach einer dreiviertel Stunde dann wieder beim Auto.

Für mich bedeutet das: wenn irgendwer da ist, der auf Linus aufpassen kann, muss ich nochmal los. Für den Trip allerdings, steige ich dann nicht mehr ins Auto. Dunkel oder mindestens dämmrig wird es dann auch schon sein. Linus behauptet zwar, er könne durchaus auf sich selbst aufpassen, aber ich weiß ja nicht.

Irgendwann…

Nächste Woche wird alles anders. Unsere Chancen verbessern sich allerdings wirklich zusehends. Irgendwann ist es wieder schöner und dann wird uns sicher wieder was Netteres einfallen als der blöde Wald ums Eck, in dem wir schon xmal waren… Ich versteh’s ja auch irgendwie. Als Kind hätt ich das auch ätzend gefunden, bei Nebel und um die drei Grad über einen halb matschigen, halb eisigen Waldweg zu schlittern, wo es nichts gibt außer ein paar Stecken. Ich freu mich so richtig, dass wir sicherlich bald weiter unseren Burgruinen Trip weiterführen können.

Kind und Hund: wirklich nicht immer eine einfache Kombination. Manchmal fühle ich mich dabei echt zerrissen, denn ich habe den Eindruck, ich kann es keinem so wirklich recht machen.

 

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