Dieser Hund gehört an die Leine!
Gemeint ist mein Hund - laut einer Hundebesitzerin, die uns heute begegnete. Gut, wenn man Wenzenbachs Leinenverordnung kennt, so kann einem das nämlich sonstwo vorbei gehen. Geärgert hat es mich trotzdem…
Wir haben einen netten Waldspaziergang gemacht - leinenlos, wie sonst.Es gibt für mich zwei Gründe, einen kleinen Hund im Wald an die Leine zu nehmen:
- er folgt nicht, jagt oder rennt sonst irgendwie weg
- er hat einen überängstlichen Besitzer
Nele geht bei mir im Wald nicht an der Leine, denn sie bleibt immer auf dem Weg. Es war noch nie ein Problem und wird hoffentlich auch nie eines. Leider war ich gerade so in ein Gespräch vertieft, Nele trabte ein paar Meter vor uns und so habe ich das Paar mit angeleintem “Kleinhund” nicht sofort wahrgenommen. Nun ist Nele ja ein neugieriger Hund. Hundefreunde sind immer gut, unbekannte Artgenossen umso interessanter. Einfach mal hin, heißt die Devise, schließlich muss man ja wissen, wer das denn ist und wie er riecht.
Registriert habe ich den Trupp erst durch einen erschrockenen Schrei des Frauchens. Und habe Nele erfolgreich zurückgepfiffen. Natürlich war nun ich neugierig, denn Nele hatte sich dem Hund keine zwei Meter genähert - kein Grund für einen Panikanfall. Aber das Rätsel lies sich nicht lösen. Die Frau und ihre Begleitung zurrten ihre Flexileine, zoomten den Hund dran und rannten wie im Stechschritt weiter. (zumindest habe ich das so wahrgenommen)
Das wäre alles kein Problem gewesen, wäre ich dann nicht doch noch angeblufft worden “Der Hund gehört an die Leine!”. “Hier nicht!” habe ich recht spontan geantwortet - wenn jemand die Wege kennt, auf denen auch Nele hier ohne Leine gehen darf, dann bin ich das. Und ich kann es nicht leiden, wenn Menschen ohne Grund (beispielsweise ein kranker Hund, ein bekanntermaßen komplizierter Hund und natürlich wenn sich beide Hunde nicht riechen können..) die Annäherungsversuche von zwei Hunden versuchen zu reglementieren, bevor die Hunde überhaupt eine Chance hatten, sich mal zu beschnuppern.
Doch, der Hund sei ein großer Hund, daher gehöre er an die Leine. Na gut, habe ich mir dann nur gedacht. Lassen wir das Frauchen weiterdenken. Uns doch egal. Nele trabte also weiter brav bei uns, der Leinenhund trabte weiter brav an der Leine. Verstehen kann ich das gar nicht. Hysterie? Panikmache? Warum gibt es Hundebesitzer, die ihren Hunden jeglichen Spaß nehmen?
Manchmal hat es Hund schon schwer…
Johannes
geschrieben am 10 Sep 09 um 22:35Richtig, und Folgendes wäre witzig, wenn es nicht in Wirklichkeit traurig wär. Denn - und da sagt man, Zufälle gäbe es nicht ;-) - vorgestern geht Frauchen mit Paris im Park, und lässt ihn ganz kurz von der Leine, dass er die 3 Meter runter zum Bach trinken gehen kann. Paris, der nur runter geht, ohne nach rechts oder links zu schaun und dem es auch vollkommen egal ist, ob da irgendwer in der Nähe ist … und es war wer in der Nähe, und der Typ - in Begleitung von Frau und eine Art Hund (!) - brüllt (!) sie an, dass er von der Gemeinde sei und sie anzeigt und der Hund an die Leine gehört usw. … na so weit so schlecht … heute geht sie wieder mit Paris und sieht eine Frau mit einem kleinen Art Hund, Frau lässt den Art Hund frei, damit er mit anderem Zwerghund spielt und die beiden stürmen davon über die Wiese auf einen Mann zu, der sich als der Brüller von vorgestern entpuppt und dem eben dieser Art Hund gehört und der Gemeindearbeiter ist und im Park zu tun hatte … daraufhin ging Frauchen hin und sagte ihm ganz leise und sanft (ist sonst gar nicht ihre Art), ob er nicht meine, dass da die Hunde an die Leine gehören … und der Brüller errötete ziemlich … irgendwie wars ein Genuss für sie ;-)
würd euch ein ähnliches Erlebnis gönnen!
Der Witz am Rande: Christa erkannte nicht den Brüller wieder, sondern den Art Hund.
Im Übrigen suchen wir derzeit nach neuen Ausläufen, weil nämlich in Eisenstadt auch Wenzenbachsche Sitten einkehren und eine Stadtparkwache (oder so ähnlich) ab Oktober für Ruhe und Ordnung sorgen wird :-(
schönen Abend noch Johannes