Machmal stinkts (mir) gewaltig
Wir wohnen ja an einer wunderschönen großen Wiese, die am Wenzenbach vorbeiführt. Die einzige im ganzen Dorf, an der “große” Hunde unangeleint laufen und toben dürfen - daher überall nur “die Hundewiese”.
Es war Mitte November und die Wiese verströmte eine Ladung gesunder Landluft - wie herrlich.
Das Problem an jener gesunden Landluft, landläufig schmählicherweise auch Gülle oder hierzulande “Odel” genannt, ist an dieser Stelle: das Zeug sickert nicht ein, fließt nicht ab, wird auf der Wiese natürlich auch nicht untergegraben, sondern bleibt liegen und stinkt vor sich hin. Das ging tagelang so und es bedeutete: Hunde nicht spielen lassen. Wer einen (langhaarigen) Hund hat, weiß, wie viel Spaß es macht, diese Drecksbrühe wieder aus dem Fell zu bekommen.
Ich habe mich dann ein bisschen schlau gemacht - bei solchen Themen bin ich ja ganz gerne etwas aktivistisch ;-)
Es gibt eine so genannte Düngeverordnung, in der genau festgelegt ist, was wann wo wie gedüngt werden darf - und mit welchem Dünger. Dort ist die Rede von einer so genannten Kernsperrfrist
In der Zeit vom 1. November bis 31. Januar dürfen die im ersten Punkt genannten Dünger nicht auf Ackerland, vom 15. November bis 31. Januar nicht auf Grünland ausgebracht werden
Plus
Beim Ausbringen von Gülle, Jauche, flüssigem Geflügelkot oder stickstoffhaltigen flüssigen Sekundärrohstoffdüngern ist eine Ammoniakverflüchtigung soweit wie möglich zu vermeiden. Auf unbestelltem Ackerland sind diese Dünger unverzüglich einzuarbeiten.
Tja, nun war das Ganze leider pünktlich vor dem 15. November passiert… Allerdings:
Ein direkter Eintrag von Düngern in die Oberflächengewässer ist zu vermeiden.
… unser Bach fließt direkt neben der Wiese.
Nun gut, dachte ich mir, kann man nichts machen, da hat sich wohl jemand an die Regeln mit dem 15. November gehalten (obwohl ich mir beim Blick in die Verordnungen und Gesetzes kaum vorstellen kann, dass sich irgendein Landwirt genau daran hält, einfach deshalb, weil das alles so kompliziert ist…).
Denkste… dieser Tage wurde die Wiese auf der anderen Seite des Bachs gedüngt. Glücklicherweise gehen wir dort nicht. Nur stinken tuts. Auch auf unserer Bachseite. So ist es eben, das Landleben. Ich hab wieder was gelernt über Dünger, über dessen Zusammensetzung, über das wann und wie. Und darüber, dass sowas auf dem Land sowieso so gemacht wird, wie es immer schon war.
Vor allem aber darüber, dass es wohl keinen Sinn macht, sich über sowas aufzuregen… ich mag es hier in unserem “Kaff”.
Chilli
geschrieben am 20 Dez 10 um 23:27Schade um diesen Blog…
Anne-Kathrin
geschrieben am 29 Dez 10 um 22:05Naja - es gibt ja jetzt auch wieder nettere, Nasen-freundlichere Artikel.
Ob ich allerdings wieder mehr zum Schreiben kommen werde und Lust darauf habe, das kann ich im Moment nicht sagen.