Wir müssen dran bleiben
Gut, es war ein erster Erfolg, dass der Gemeinderat immerhin eingesteht, Fehler gemacht zu haben. Heute habe ich das Gerücht gehört, die Sache würde dann in der nächsten Gemeinderatssitzung neu aufgerollt. Vielleicht, so denke ich mir, hatte man vergangene Woche einfach keine Lust auf so viel öffentlichen Protest?
Was nicht passieren darf ist, die Mitglieder des Gemeinderats in “Sicherheit” zu wiegen und den Protest einschlafen zu lassen, um dann nächsten Monat einer Regelung gegenüber zu stehen, die zwar rechtlich soweit hieb- und stichfest ist, nichts desto Trotz aber dann doch von mangelnder Toleranz gegenüber den Hundebesitzern zeugt.
Ich habe noch keine Strategie, wie man weiter vorgehen könnte. Der erste Schritt ist getan, indem der Protest angekommen zu sein scheint. Zumindest in den Köpfen.
Eine hundefreundliche Vorzeigegemeinde - das wäre eigentlich so der Traum. Wie kann sowas aussehen? Was brauchen wir wirklich, um alle Beteiligten (und damit meine ich die mit und die ohne Hund) glücklich zu machen? Brauchen wir eine Hundewiese? Eine Hundeschule? Eine Reihe an Hundetoiletten? Oder brauchen wir das Ganze überhaupt nicht? Nein, diese Tütchenteile fände ich dann doch ganz prima und unterstützenswert.
Eine Sache stößt mir dann doch noch gewaltig auf, - war doch auch von Gefahrenprävention die Rede auf jener Gemeinderatssitzung.
Es war vergangenen Oktober, als wir auf Wenzenbacher Gemeindegebiet, abseits jeglichen Wohngebietes allerdings, nahe eines einzeln gelegenen Biobauernhofs von einem uns bekannten Landwirt auf einem Feldweg mit dem Traktor verfolgt wurden. Und das, weil unsere Hunde auf einem ca. 5-10 Meter breiten Grünstreifen (definitiv kein Futteranbau) neben dem Bach spielten.
Es blieb uns nur der gewagte Sprung zur Seite und das schnelle Einfangen unserer Hunde. Bremsen hätte der Traktor wahrscheinlich nicht rechtzeitig können.
Was uns danach erwartete, war eine einzige, wutentbrannte Beschimpfung, aus dem mit Mühe herauszuhören war, dass es um wildernde Hunde und tot umfallende Kühe ging. Mit weniger Mühe konnten wir verstehen, dass uns mit Anzeige gedroht wurde, für was auch immer. Inhaltlich also klar: der Vorwurf wildernder Hunde und der Vorwurf der Verschmutzung durch womöglich konterminierten Hundekot. Ich habe das Thema bereits abgehandelt, aber das Thema Hundekot und Wurmbefall muss ich hier noch einmal aufgreifen.
Was mich mehr stört, ist zweierlei:
- die Argumentation war einseitig, voreingenommen und wenig fundiert
- es war keine Möglichkeit, den Dialog zu finden
Bin ich wirklich dann und nur dann ein verantwortungsvoller Hundebesitzer, wenn ich zu jedem noch so unsachlichen Argument “Ja und Amen” sage, meinen Hund brav immer und überall anleine und meinen Protest höchstens still in meinem Kopf mit mir ausmache?
Ist das wirklich das, was wir als Gemeinschaft bezeichnen?
Ich empfinde es als Einschränkung meiner ganz persönlichen Freiheit, wenn ich auf einem Feldweg nicht gefahrlos spazierengehen kann. Und ich empfinde es als Beleidigung, mich grundlos anschreien lassen zu müssen. Es ist ein Trauerspiel, dass Menschen, die sich auf solche Art und Weise geben, dann wirklich noch den “Gewinn” auf ihrer Seite verbuchen können. Wir nämlich gehen dort nicht mehr spazieren. Er hat es geschafft und ist am Ziel angekommen. Dass ich ihm auch seine Bioeier nicht mehr abkaufen würde, wird er vielleicht verschmerzen können…
Ähnliche Geschichten hört man immer wieder. Gut, das sind Gerüchte, aber das hier ist meine eigene Geschichte, die ich wirklich so erlebt habe. Eine Geschichte, die mir heute noch in den Knochen steckt (U. wahrscheinlich mehr als mir), mich vor allem aber heute noch kochen lässt, denn die Argumente des Gemeinderats gehen in eine ähnliche Richtung und lassen vermuten, dass man sich hier stillschweigend einig ist.
Hier muss ich noch einmal nachhaken. Ebenso muss ich nochmal nachhaken mit dem Radlweg, aber das ist eine ganz andere Geschichte.