Zu Besuch
Gestern waren wir bei den “Kiras” zu Besuch. Nele ist offenbar nicht gerne zu Besuch - auch nicht bei guten Freundinnen.
Ich hab den Hund ja nun schon öfter irgendwohin mitgenommen. Oft waren wir dann aber draußen gesessen oder es gab im Haus kleine Kinder oder eine Katze, so dass ich Nele draußen parken musste. Deshalb ist mir offenbar noch nicht aufgefallen, wie hart sich Nele tut, fremdes Terrain zu betreten.
Kurz: Nele wollte nicht ins Haus. Sie wollte nicht mal über die Türschwelle.
Sie wollte nicht mit Leckerli, sie wollte nicht mit gutem Zureden. Sie wollte nicht an der Leine. Sie wollte gar nicht. Noch viel schlimmer wehrte sie sich mit Händen und Füßen und schaute mich sehr entsetzt und fragend an, stellte sich quer (so ein Hund an der Leine kann ja wirklich hervorragend schräg stehen) und machte keinerlei Anstalten, ihre Meinung zu ändern, sondern rannte zum Gartentor und wollte - wahrscheinlich- zurück ins Auto.
So blieb Nele also draußen und hütete den fremden Garten. Zusammengerollt lag sie da, wann immer ich nach ihr geschaut habe (und das habe ich oft, einfach weil ich es nicht glauben konnte…), vor dem Gartentor, während Kira beschloss, uns Menschen Gesellschaft zu leisten.
Und als wir uns nach zwei Stunden wieder verabschiedeten, hatte ich fast den Eindruck, ihr fiele ein Stein vom Herzen. Daheim bezog sie sofort ihren Lieblingsplatz und rührte sich nicht mehr von der Stelle.
Nun kann ich mich natürlich nicht permanent bei anderen einladen, bei denen der Hund ins Haus darf. Andererseits müssen wir das üben. Nele wird also mitkommen müssen so oft es nur geht, egal ob sie will oder nicht. Ich empfinde es zwar persönlich nicht als Drama, aber etwas souveräner sollte der Hund dann doch mit fremder Umgebung umgehen können.
Übrigens verhält es sich ganz anders in Geschäften. Einkaufen geht Nele gerne und darf leider nicht überall hin mit…
Sally
geschrieben am 14 Mai 09 um 17:08Hat Nele vielleicht mal ein schlechte Erfahrung gemacht?
Sally geht überall mit hin ohne Probleme, sie liebt es sogar andere Leuten zu besuchen.
Dafür mag sie keine Strassen mit lauten Autos und viel Hektik, also ein Besuch in der Stadt ist schon eher mühsam für uns.
Also halte es wie wir, viel üben und nochmals üben.
LG
Marlis
Johannes
geschrieben am 14 Mai 09 um 19:07Mich wundert ein wenig, dass Nele wohl in Geschäfte gerne geht, nicht aber in unbekannte Häuser. Was hätte denn Nele gemacht, wenn das Haus ein Geschäft gewesen wäre, also mit Verkaufsgegenständen und so? Sowas gibts ja auch. Wie unterscheidet denn Nele zwischen Geschäft und Haus? Und noch mehr wundert mich, dass Kira drin war und Nele trotzdem nicht rein wollte.
Damit wird es natürlich schwierig ihr das Reingehen schmackhaft zu machen, weil viel schmackhafter gehts ja fast nicht ;-)
Wir hatten mal einen sehr ähnlichen Fall mit Paris. Alle Versuche scheiterten, sogar Lumpi ging vor, damals Chatty ging vor, nix genützt, er bockte … Einmal als er gut drauf war, es war nach einem Kurzurlaub, versuchte ich es nochmals, und er ging problemlos rein. Auch ein weiteres und noch ein weiteres Mal … und dann wieder nicht, aber das ist Paris, das wollen wir bei Nele jetzt nicht vermuten.
Also zusammengefasst sehe ich 2 Möglichkeiten:
Nele assoziiert etwas, das dir verschlossen bleibt, sprich, es ist nicht das Haus, sondern z.B. der spezielle Eingang, ein Vorhang oder irgendwas … gibts also auch einen anderen Eingang ins Haus? Dann versuchen.
Oder es ist wirklich das fremde Haus als Ganzes, dann üben, üben, üben, wie Sally sagt, und nicht zu schnell nachgeben.
Letztlich - und so funktioniert es mit Bel Ami ganz ganz hervorragend, läufts bei uns über die Vertrauensschiene. Er lernte und lernt überall dorthin mitzugehen wohin wir mit ihm gehen, denn da kann ihm nix passieren. (Mit Paris funktionierts nicht, aber wie gesagt, ist spezielles Thema.)
Probiers mal in anderen Häusern (weiß schon, ist leichter gesagt als getan) und dann hoffe auf weitere Einladungen der Kiras … ;-)
liebe Grüße Johannes
Johannes
geschrieben am 14 Mai 09 um 19:31Und wieder etwas vergessen:
Der Boden vielleicht? Auf Böden reagieren Doggen etwa sehr sensibel.
Ansonsten könntest du vielleicht versuchen, sie abzulenken beim Reingehen, also etwa mit ihrem Lieblingsspielzeug, also so ablenken, dass sie das Reingehen als solches gar nicht wirklich wahrnimmt, weil sie ja grad was Wichtigeres zu tun hat, nämlich z.B. ihr Spielzeug versuchen zu erhaschen …
Anne-Kathrin
geschrieben am 14 Mai 09 um 21:41Tja, ich habe mich auch gefragt, ob sie da was assoziiert.
Mir ist nichts eingefallen.
Außer dem Boden, da könntest du recht haben, der ist nämlich aus Stein und Nele kann dieses Rutschige gar nicht ab.
Ich hätt eher erwartet, dass sie auf jeden Fall hinter mir herkommt… aber da war ihre Skepsis wohl größer.
Dass sie mit der Treppe ein Problem haben könnte - das hätte ich erwartet.
Aber dass sie gar nicht mal über die Schwelle geht?
Ich werde das auf jeden Fall weiter beobachten und testen müssen.
Nele ist übrigens mit allem Fremden recht eigen.
In ein Auto, das nicht meines ist? Ganz schwierig.
Und das alles definitiv ohne Negativerfahrung.
Johannes
geschrieben am 14 Mai 09 um 22:00hmmm … scheint als kämest du einer möglichen Lösung schon näher, wär schön!
Der Boden ist sehr oft der Grund für zögerliches, unsicheres bzw. bockiges Verhalten. Boden dabei im weitesten Sinn.
Paris hat etwa Panik vor allem was glänzt. So auch vor dem zugefrorenen Teich oder wenn sich der Regen am Parkplatz spiegelt. Das macht ihn extrem unsicher. Aber selbst Bel Ami, der solche Probleme so gut wie nie hat, zögerte anfangs 2 oder 3x kurz in Geschäften, als er vom Teppich auf den glänzenden Untergrund sollte. Heut nicht mehr, aber wir mussten doch kurz üben …
Den Teich erwähne ich wegen Nele, denn auch Paris geht nicht am Teich, er sieht ihn aus vielen Metern Entfernung und nähert sich nicht, sondern zieht weg. Wenn es der Boden ist, dann sieht diesen Nele wahrscheinlich auch, ohne dass sie über die Schwelle muss und das würd natürlich reichen …
Wenn sie generell Fremdem gegenüber reserviert ist, dann wäre natürlich der Boden (so er es ist) eine fatale Verstärkung.
So wie es aussieht: nochmals testen und dann üben. Kann schon dauern, lohnt sich aber.
Dem Fremden gegenüber reserviert zu sein, hat ja auch seine Vorteile, dass sie vielleicht doch nicht in jedes Auto hüpft usw. … also da muss man sowieso differenzieren und sie wohl dazu bringen, dass sie es dann akzeptiert, wenn du es willst und für in Ordnung findest.
Schönen Abend noch, Johannes
Emils Frauchen
geschrieben am 15 Mai 09 um 09:41Kira stand aber nicht zufällig in der Tür und hat (für Euch unsichtbar) den Eintritt nicht gestattet? Freundschaft bei Hunden hört manchmal an der Türschwelle auf.
LG BB
Diana
geschrieben am 15 Mai 09 um 16:09Danke Birgit, das haette ich auch fragen wollen :-)
Finn, Dixie’s sehr guter Freund, hatte neulich solche Angst und stand nur noch am Tor. Bis ich gemerkt hatte dass Dixie’s Koerperhaltung eine andere als sonst war, kaum merklich aber schon anders. Zwei Tage spaeter stand sie genauso im Haus als Chester versuchte reinzukommen - er machte kehrt und blieb auf Abstand. Erst als ich Dixie’s wichtige Sachen (Weinstock, Kauknochen und Bernd das Brot) in “Sicherheit” brachte hat die Kleine sich entspannt und Chester durfte rein. Das hat sie bis dato noch nie gemacht :-)
Und Johannes koennte auch Recht haben was die Bodenbeschaffenheit angeht, da koennen die Hunde manchmal richtig eigen sein…
lieben Gruss,
Diana
Anne-Kathrin
geschrieben am 15 Mai 09 um 18:10Danke für den Tipp, Birgit und Diana!
Ich kann Euch jetzt gar nicht mehr sagen, wie es zunächst war. Wir haben es ja ein paar Mal versucht und da stand Kira nicht immer als “Begrüßungskomitee” dabei.
Daher tippe ich, sollte Nele nicht einfach nur komisch stur gewesen sein, einfach nur auf den Boden.
Aber ich werd das mal beobachten, denn wir werden das Ganze auf jeden Fall bald wieder probieren müssen.
Emils Frauchen
geschrieben am 15 Mai 09 um 20:36Meine Hündin hatte ihre Rüden nur mit Blicken daran gehindert an ihr vorbei zu gehen. Da muss also keine offene Aggression im Spiel sein.
Gruß Birgit
Anne-Kathrin
geschrieben am 15 Mai 09 um 20:38Okay, das würde schon auch passen…
Es gibt während unserer schönen Spaziergänge immer wieder Momente, in denen Kira zeigen muss, dass sie die “Große” ist.
Dann natürlich erstrecht daheim.
Wir müssen die beiden viel mehr beobachten - ist eigentlich interessant, das Machtspielchen zwischen den beiden. Nele wird langsam aufmüpfiger, aber Kira hat (noch?) die Oberhand.
nelli
geschrieben am 15 Mai 09 um 22:08hi nele,
birgit und diana sind, glaube ich, ganz nahe dran. auch ich glaube, dass kira signale sendet, die nicht unbedingt einladend sein müssen. denn auch beim spielen der beiden freundinnen geht es nicht nur ums spiel, sondern auch immer um das ausloten von “kompetenzen”. das ist aus hundesicht ganz normal.
ein weiterer punkt könnte das reagieren der menschen auf dein verhalten sein: reden sie “beruhigend” (?) auf dich ein, damit du weiterläufst? du würdest das natürlich durch den “beruhigenden” tonfall als bestätigung deiner bedenken sehen. besser wäre hier dann in diesem falle ein klares “es ist alles in ordnung” und ein “wir gehen hier nun durch, ich (dein frauchen) bin ja da” mit klarer auffordernder stimme…! einfach mal ausprobieren!!!!
liebe grüße
nelli