Total mit Shampoo?
Gerade eben waren wir mit Kira unterwegs. Kira hat gelegentlich einen echten Spleen: sie wälzt sich in allem, was gut riecht. Was für Hund gut riecht, riecht für unsereins lange nicht gut - außer es handelt sich um etwas Menschliches zu essen.
Kira ist jedenfalls gerade genüsslich über ein rotes Häufchen hergefallen (kürzlich habe ich mir sagen lassen, hierbei handle es sich ausschließlich um Frolic gefütterte Hunde).
Die Miene des Kira Frauchens war augenblicklich wie versteinert. Man konnte ihr das Entsetzen voll und ganz ansehen. Sie war richtig unglücklich. Ich wusste nicht so recht, wie tröstende Worte denn in diesem Fall am Besten ausfallen sollten. Mir fiel eigentlich gar nichts ein, ich hatte nur Mitleid, denn Kira war nachher rot befellt. Geruch - darüber wollen wir gar nicht erst nachdenken.
So, nun frage ich mich: Gibt es auch für dieses Problem eine erzieherische Lösung? Bekommt man sowas in den Griff? Wie kann man entgegenwirken, dass sowas überhaupt nicht zum Thema wird? Das Wälzen geht ja schneller als man schauen kann. Hund wirft sich mit Begeisterung in den Duft und schon ist es passiert. Hundehäufchen sind dabei sowas wie der Worst Case. Man stelle sich nur vor, man habe im Anschluss einen Termin, irgendwo.
Irgendwie ist mir dazu nichts eingefallen. Diesbezüglich bin ich wirklich vollkommen unerfahren und ich gebe es zu: zu diesem Thema habe ich mir so gar keine Gedanken gemacht, bevor ich mir einen Hund angeschafft habe. Ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, dass Hunde sowas machen (Nele zum Glück mit absolutem Seltenheitswert).
Da fällt mir ein: vielleicht gar nicht schlecht, dass ich darüber schreibe? Dann nämlich können sich auch Hundeneulinge, wie ich es war, Gedanken über Aspekte machen, über die man eigentlich nicht schreibt, die aber durchaus das Leben mit Hund beschwerlicher und ekelhafter (!) machen können - und dies ungeachtet dessen, dass man seinen Hund trotzdem lieb hat, auch wenn er mal nach Hundehäufchen stinkt duftet.
Also liebe Kritiker: es lohnt sich doch, auch die Banalitäten des Alltags anzuschneiden, oder?
Johannes
geschrieben am 08 Feb 09 um 14:55Hallo Anne,
mit diesem Thema haben wir langjährige einschlägige und intensive Erfahrungen: Insbesondere unsere Bassetdame Chatty liebte es über alles sich wo immer möglich zu parfumieren! Und obwohl sonst sicher nicht die Schnellste, einen attraktiven Haufen, der sich dafür eignete, hatte sie hunderte Meter weit gerochen, angesteuert und - so schnell konnten wir nicht reagieren - sich genüsslich drin gewälzt. Sie war übrigens nicht auf Hundehaufen, sondern auf jene von Menschen topspezialisiert (irgendwie noch grauslicher). Die Doggen machen so etwas zum Glück nie, sind überhaupt sehr dezent und zurückhaltend, auch bei ihren großen Geschäften ziehen sie sich so weit wie möglich zurück, während die Bassets das am liebsten coram publico erledigten.
Erzieherische Maßnahme, so deine Frage, wüssten wir nicht, liegt ja auch im Naturell des Hundes, da ist meiner Meinung einfach Schnelligkeit verlangt, wie übrigens so oft im Zusammenleben mit Hund - du musst die Situation einfach kurz vorher registrieren und vermeiden… So etwa wälzte sich Chatty oft auf der Wiese an Stellen, wo wir als Menschen nichts erkennen konnten, für sie roch es aber eben dort am besten, sowas kann ich nicht grundsätzlich zu unterbinden versuchen, sondern nur in der, oder besser gesagt, kurz vor der konkreten Situation reagieren.
herzlichst Johannes
Emils Frauchen
geschrieben am 08 Feb 09 um 16:32Ein Glück, macht Emil sowas überhaupt nicht. Bea war da etwas anstrengender und hat so manche frische Gülle-Pfütze mitgenommen. Da half nur: Die Absicht erkennen und “NEIN” brüllen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Da half auch shampoonieren nur begrenzt, bei feuchtem Fell nach Regen waberte der feine Gülleduft noch wochenlang durch die Bude.
LG BB
Anne-Kathrin
geschrieben am 08 Feb 09 um 17:27Okay, ich sehe, auch ich kann mich glücklich schätzen!
Hoffen wir inständig, dass das so bleibt und das feine Näschen nicht eines Tages die Sinne total verrückt spielen lässt.
Emils Frauchen
geschrieben am 08 Feb 09 um 18:27Ach ja - man kann alles noch auf die Spitze treiben. Ganz besonders widerlich war der Tag, an dem die Briardhündin meiner Freundin sich in einem seit mehreren Wochen verwesenden Igel wälzte. Sie wollte dann an diesem Tag auch noch ungewöhnlich oft in unserer Nähe laufen *würg*…. es war einfach nur schrecklich. Der Hund stank fürchterlich und der Rücken war übersät mit den Stacheln. Bei einem Briardfell schlicht der Supergau.
Also: Achtung vor Aas, es könnte sehr verführerisch für die Hundenase sein.
LG
BB
Hoshi
geschrieben am 09 Feb 09 um 16:15Haben Frauchens Hunde bisher zum Glück niemals gemacht ausser einem einzigen (!!!) Mal, als sich Merlin mit ca. 10-11 Jahren pöltzlich in einem verwesten Kanickelfell wälzte. Allerdings war er gerade frisch shampooniert :-)
Wüffchen
Hoshi
Anne-Kathrin
geschrieben am 09 Feb 09 um 19:41Heute haben wir uns zufällig wieder getroffen und die Sache natürlich noch mal durchgekaut. Inzwischen hatte das Kira Frauchen gelesen, es sei nur der fehlende Anreiz, dass ein Hund sich plötzlich über duftende Sachen hermacht.
Sorry, aber das finde ich dann doch irgendwie lächerlich…
Es gibt jedenfalls auch vieles, dem Mensch nicht widerstehen kann, egal wie sehr die Vernunft ruft ;-)
Die Schlappohren » Sch… Thema!
geschrieben am 21 Feb 09 um 16:18[...] Thema ist oft genug in Foren und auch bei Anne schon behandelt worden. Also frage ich gar nicht nach, ob man uns das abgewöhnen könnte, [...]