Sympathie!?

Im Moment stehe ich wiedermal gelegentlich vor einem großen Fragezeichen. Nele ist ein beliebter Hund (glaube ich, wünsche ich mir…), nur mit zwei Hunden - ausgerechnet in der Nachbarschaft, klappt es gar nicht - auch von Neles Seite, es ist also eine beiderseitige Aversion(?). Und dabei sind das wirklich richtig nette Hunde. Eigentlich schade irgendwie. Und meine Überlegung ist natürlich: was kann man da tun?

Das eine ist eine Hündin. Die kenne ich schon aus “vor Nele Zeiten”. Ein netter Hund, der allerdings Probleme mit anderen Hündinnen hat. Erst konnte ich das nicht so recht glauben, aber wir hatten sehr bald einige Begegnungen, die deutlich zeigten, dass es nicht einfach werden würde. Da war Nele noch klein. Wir haben uns daher reine Leinenbegegnungen angewöhnt. Nur inzwischen ist Nele größer (und größer als eben jene Hündin) und “keift” zurück. Die Leinenbegegnungen werden inzwischen für uns Menschen zur Kraftprobe auf beiden Seiten. Unerfreulich.

Und dann wäre da noch ein netter, der anfangs einfach nur seinen Garten verteidigte. Bis Nele eines Tages anfing, schon auf 10 Meter Abstand an der Leine zu zerren und seither auch schwanzwedelnd das Riesengebell startet. Auch nicht unbedingt das, was ich mir vorstelle.

Was kann man da tun? Die Hunde dann doch einfach mal zusammen lassen (jeweils zu zweit, klar!), auf dass sie die Sache unter sich aus machen? Ohne Leine, ohne Zaun…

Ich bin echt ratlos. Vielleicht haben auch wir Menschen da schlicht was falsch gemacht? Kennt Ihr solche Situationen, die sich eventuell auch wieder entspannt haben?

 

7 Antworten zum Beitrag “Sympathie!?”

  1. Diana

    geschrieben am 04 Jul 09 um 00:32

    Antipathie zwischen Hunden gibt es genau wie zwischen Menschen. Dass Nele sich nicht gefallen lässt von einem anderen Hund angegiftet zu werden zeugt für ihr Selbstbewustsein, …und für ihr Alter. Als Dixie in dieser Phase war habe ich sie sitzen lassen oder sie zwischen meine Beine genommen und ihr durch meinen Ton gezeigt dass ich das nicht gut finde. Oder wir sind zügigen Schrittes weiter. Sie hatte eine Zeit lang auch von sich aus angefangen zu pöbeln, das hatte sich aber auch schnell gelegt. Wenn du jedes mal einen missbilligenden Ton benutzt, egal was du dabei sagst, aber auf die Situation gerichtet und nicht als Tadel gedacht, dann wird sie ganz schnell merken dass dir das Ganze nicht gefällt. Wichtig finde ich dass du Nele zeigst dass dir die Situation missfällt und nicht ihr Verhalten. So kannst auf jeden Fall vermeiden dass Nele sich zu unrecht getadelt fühlt und bockig wird :-)
    Hoffe ich konnte meine Gedanken verständlich rüberbringen, ansonsten sag Bescheid!

    liebe Grüße,
    Diana

  2. Emils Frauchen

    geschrieben am 05 Jul 09 um 01:04

    Zwei solche Feindinnen nach so langer gut gepflegter Feindschaft ohne Leine (und ohne Maulkorb) zusammen kommen lassen? Ich würde mir gut überlegen, ob ich mit dem Ergebnis dieser Begegnung leben könnte, wie immer es auch aussieht - denn die Hunde werden es 100% untereinander regeln, die Frage ist nur: Wie?

    Wenn Emil mal pöbeln will, dann gehe ich flott und zügig weiter und es kommt das Kommado “Nein” und “Wir gehen weiter”. Ganz ruhig, aber deutlich gesagt, damit er nicht meinen könnte, ich würde mich wegen der Situation auch aufregen. Bei Emil funktioniert es. Meistens. ;-)
    LG Birgit

  3. Johannes

    geschrieben am 05 Jul 09 um 13:52

    Dass Bel Ami pöbelt, habe ich erst einmal erlebt. Es war eine mir unerklärliche und nicht nachvollziehbare Situation, der ich so wie Diana und Birgit begegnet bin. Bei den anderen Feindschaften ist Bel Ami ausnahmslos der Re-agierende. Aber egal, warum sie sich auch immer entwickelt haben, ich meide dann ein Zusammen- oder gar Aufeinandertreffen strikt. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass Hunde - wenn die Feindschaft einmal so hochgeschaukelt und “gepflegt” ist wie du schreibst - es sich nicht unter sich ausmachen (können), sondern dass bei diesem berühmten “Sich Ausmachen” furchtbar viel passieren kann. Dabei sind die körperlichen Verletzungen “nur” die eine Seite (reichen mir auch schon), es ist auch der mögliche Vertrauensverlust, weil sich mein Hund von mir im Stich gelassen fühlt, einer Situation, der er vielleicht nicht gewachsen ist, von mir ausgeliefert wurde. Ist er aber der Situation gewachsen und wäre er sogar der “Sieger”, mache ich den Weg frei für ein Verhalten, das ich ablehne.

    Ich meine nämlich, dass unsere Hunde genügend Kommunikationsmittel unter ihresgleichen haben, mit denen sie dem anderen mitteilen können was sie von ihm halten (und auch ich muss diese Sprache verstehen können). Das Ideal, das ich anstrebe ist, dass sie lernen, Konflikten aus dem Weg zu gehen, bevor es eben zum “Sich Ausmachen” kommt. Ich weiß dass das noch dauern wird, aber ich werde ihnen jedenfalls dabei helfen. “Sich Ausmachen” und Raufereien sind absolut tabu.
    Liebe Grüße Johannes

  4. nelli

    geschrieben am 05 Jul 09 um 18:14

    joahnnes, du sprichst uns aus dem herzen!

    lg nelli und frauchen

  5. Anne-Kathrin

    geschrieben am 06 Jul 09 um 16:34

    Danke für Euere umfangreichen Antworten!
    Tja, ich hatte es fast vermutet, dass man sich schwer tut, solche Aversionen in den Griff zu kriegen.
    Johannes Argumentation ist prima, genau so soll es sein. Ich will weder Agressivität in Nele steigern noch meinem Hund das Gefühl geben, er sei von mir allein gelassen.

    Meine Überlegung ging nur schlicht dahin, ob wir Menschen da nicht vielleicht irgendwann einen Fehler gemacht haben!? Einfach, weil es sonst nie ein Problem war und ist.

  6. Emils Frauchen

    geschrieben am 06 Jul 09 um 22:30

    Alle meinen Hunde hatten immer ihre Lieblingsfeinde. Ich glaube, es ist ähnlich wie bei uns Menschen, manche mag man, manche nicht. Hunde sind eben nur keine Schauspieler, sondern lassen ihren Emotionen ihren freien Lauf.
    Ich würde mich eher schon wundern, wenn mein Hund alle Hunde gleich nett finden würde. Das wäre ja schon fast langweilig. Fast. ;-)
    LG
    BB

  7. LOUI

    geschrieben am 07 Jul 09 um 17:10

    Bei mir wird das genauso gehandhabt wie bei Johannes und damit kommen wir gut klar - ich habe gelernt, dass meine “Leute” evtl. brenzlige Situationen für mich lösen. Naja zugegeben ich versuche auch mal von mir aus eine kleine “Bellerei” im Biergarten etc. anzuzetteln - aber da bekomme ich ganz schnell ein strenges “Nein” und ich weiß genau JETZT IST SCHLUß :-)
    Liebe Grüße
    LOUI
    PS: Bei uns gegenüber wohnen 2 kleine Bulldoggen. Die haben mich als Welpe mal fürchterlich erschreckt mit ihrem gekeife am Zaun….seitdem hasse ich diese 2 Viecher. Nachdem ich mittlerweile 3x so groß bin wie die, wechselt ihr Frauchen immer rechtzeitig die Straßenseite und wir gehen zügig an der Leine an ihnen vorbei…..was ich sagen will….ich komme eigentlich mit den meisten Hunden gut klar, aber bei den beiden wurde der negative Grundstein schon in meinen “jungen Jahren” gelegt und das wird sich auch nicht mehr ändern! :-)

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