Man nehme es von den Armen
Gestern hatte ich wohl das erste Mal einen kranken Hund und das hat mich ganz schön geschlaucht, insbesondere aber um schlappe 200 Euro ärmer gemacht. Jetzt weiß ich also auch, wann ein Hund Geld kostet - der Unterhalt ist jedenfalls vergleichsweise günstig ;-)
Zuerst: es ist alles im grünen Bereich!
Eigentlich hört sich die Geschichte nicht so dramatisch an: Hund spuckte sein Mittagessen auf den Boden, legte sich auf seinen Platz, wedelte nicht mehr mit dem Schwanz, wollte sich nicht am Bauch kraulen lassen, wollte nichts trinken, schaute traurig und war absolut schlapp. Das habe ich mir drei Stunden angeschaut, da war es dann knapp 11 Uhr abends, Wochenende versteht sich von selbst.
Vorher hatte ich noch Kontakt mit diversen Briardkennern aufgenommen und war mir nun sicher, dass man sowas durchaus ernstnehmen müsse. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Magendreher kam eigentlich nicht in Frage, Vergiftung auch nicht, aber man kann nie wissen. Nele ist mein erster Hund und ich habe keine Erfahrung, wie ich einem Hund ansehe, ob und wie krank er wirklich ist. Also lieber Vorsicht. Folglich sind wir des Nächtens noch in die Tierklinik gefahren.
Dort stellte man nach einigem Tasten und einem Röntgen, das ich dann doch noch sicherheitshalber habe machen lassen, um Nachts schlafen zu können (”Sie wissen, das kostet im Notdienst leider 85 Euro”) glücklicherweise fest, dass der Worstcase Magendreher schon mal ausgeschlossen werden konnte. Man tippt dort schlicht auf einen Infekt. Es ginge derzeit “was rum”. Na gut. Also Spritze hier und Spritze da, ein Blister irgendwelcher Tabletten und die Aufforderung, nun insgesamt 200 Euro zu zahlen. Bis dahin war es dann nach Mitternacht, Hund war fix und fertig (wir sind glücklicherweise keine Stammgäste beim Tierarzt) und ich auch. Wenigstens waren wir irgendwie versorgt - und ein bisschen ärmer.
Daheim lag Nele immer noch ziemlich rum, sie lag so rum, dass ich ihr etwas erlaubt habe, was ich sonst nie erlauben würde: sie durfte in meinem Bett einschlafen. Nur musste ich da leider ziemlich schnell intervenieren: die von mir extra ausgebreitete Decke am Fußende war dem Hund wohl zu doof. Sie machte es sich mitten in meinem Bett bequem und zwar genau so, dass ich keinerlei Chance hatte, noch irgendwo ein Eckchen Platz zu ergattern. Nele schlief also dann doch auf ihrem Platz, ausgestattet mit einem großen Napf Wasser.
Und heute früh, da wurde ich schon freudig wedelnd erwartet. Aufwärtstrend. Als wir heute früh unterwegs waren, war der Hund schon wieder richtig guter Dinge und heute nachmittag ist sie wie eh und je über die Wiese gerast. Gefressen hat sie auch ein bisschen und die Tabletten schmecken eingewickelt in ein kleines Stück Putenfleisch offenbar auch akzeptabel.
Tja. Fazit? Ich weiß immer noch nicht, wie ich einem kranken Hund ansehe, wie krank er ist. Die Aktion war in Ordnung, vielleicht auch notwendig. Ich muss mal schauen, wie ich mich schlaumachen kann, auf welche Anzeichen außer “fehlendes Schwanzwedeln” ich noch achten muss, um zu sehen, ob der Hund in Ordnung ist und wo die Alarmzeichen sind, wenn es richtig ernst wird.
Emils Frauchen
geschrieben am 17 Nov 09 um 12:30Ich hab ja nun mit krankem Hund ausreichend Erfahrungen (auch Magendreher) und 200 Euro TA Kosten können mich schon lange nicht mehr schocken.
Meine Tipps: Fieber messen! Thermometer mit Vaseline einschmieren und vorsichtig in den Popo. Alles zwischen 38 und 39 ist noch normal, bei 39 würde ich aber eine Std später nochmal nachmessen ob es gestiegen ist.
Schleimhäute checken. Lefzen anheben, mit dem Finger aufs Zahnfleisch drücken und kontrollieren wie schnell der weisse Druckfleck vom Finger verschwindet. Er sollte sofort weggehen.
Den Hund hinstellen und laufen lassen. Läuft er mit hochgezogenem Rücken, stark hechelnd und staksig durch die Gegend, hat er starke Schmerzen. Torkelt er, dann ist es höchste Eisenbahn. Eventuell Stellreflex an den Hinterbeinen testen.
Bei eine Magendrehungen kann 1 Std Wartezeit schon zu lange sein. Ich war bei den ersten Anzeichen der Magendrehung nach ca. 20-30 Minuten in der Klinik. Selbst dann hat man nur 80% OP-Erfolgsquote. Diese sinkt mit jeder Minute…also lieber einmal zu früh in die Klinik als einmal zu spät.
Bei meinem Hund waren die Anzeichen der Magendrehung in dieser Reihenfolge:
Riesige Pupillen, totale Unruhe, ständiges Würgen ohne Inhalt, Versuch des Grasfressens, Winseln vor Schmerz - noch KEIN aufgetriebener Bauch, dafür war es wohl noch zu früh.
Gute Besserung für Nele,
LG Birgit
Chilli
geschrieben am 17 Feb 10 um 23:43Hallo!
Auch wenn dieser Kommentar etwas spät kommt, besser jetzt als nie :-)
Ich hinterlasse jetzt zum erstenmal meine Spuren im www, weil ich denke, dass gerade die vorgenannten Symptome und auch andere viele Ursachen haben können. Eine davon hatte ich und den Grund dafür habe ich monatelang mit mir herum getragen.
Ich habe im Frühling 2009 den Lieblingsball meiner kleinen Menschenfreundin zerlegt, das ging so schnell, dass mein Frauchen ihn nicht rechtzeitig entfernen konnte. Leider hat sie nicht bemerkt, dass ich ein Stück davon verschluckt habe…
Dieses Teil ruhte bis Dezember in meinem Magen, richtig schlecht ging´s mir nicht. Ab und zu hab ich Morgens gewürgt, manchmal kam was mit raus aber es ging mir nie richtig schlecht. Bis Dezember, aus welchem Grund auch immer, dieses Ballteil hat sich vor meinen Magenausgang gelegt und ab da ging fast nix mehr.Ich habe meiner Familie mehrere Pizzen auf den Fußboden gelegt und Hinten kamen nur Hasenköttel raus :-( wenn überhaupt… Der Blutcheck und Poabstrich ergab nix besorgnisserregendes, bis auf die Entzündungswerte. Es hieß abwarten und es wurde schlimmer. Ich fühlte mich immer schlechter, habe sogar freiwillig Pflanzen gefuttert die erbrechen auslösen. Was oben reinkam, kam auch oben wieder raus. Nächste Untersuchung, eine andere Ärztin und irgendwie hat sie den richtigen Riecher gehabt. Sie hat mich geröntgt (?) und zur Sicherheit eine magenentkrampfende und eine schmerzstillende Spritze gegeben.
Die Entkrampfung hat es gebracht, nach drei Stunden hat mein Frauchen in meinen Hinterlassenschaften den Übeltäter gefunden und ab da ging´s mir wieder richtig gut. Zuerst dachte Frauchen da wäre ein Knochen rausgekommen, aber (und jetzt wird´s eklig) sie hat noch genauer nachgeschaut und dann festgestellt, dass auf dem vermeintlichen Knochen ein altbekanntes Blumenmuster zu finden war…seltsam…
Langer Rede kurzer Sinn: Da wir nicht sprechen können, muß Herrchen/Frauchen auf die Körpersprache achten und sobald diese extrem von der Norm abweicht, wie auch schon Emil´s Frauchen geschrieben hat, sollte man den Tierarzt aufsuchen, manchmal auch einen Zweiten!
Ihr habt´s genau richtig gemacht, und mein Frauchen zum Glück auch!
Die Röntgenaufnamen wurden übrigens zeitgleich mit meiner Fremdkörperentfernung ausgewertet.
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dem einen oder anderen Herrchen/Frauchen!
Wuff Chilli