An meine Kritiker

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Meine Kritiker hatten mich kurzfristig dazu bewogen, Coralian einzustellen. Mit viel Wut im Bauch. Ich möchte gerne erzählen, was passiert ist und dabei auch ein paar Mutmaßungen anstellen, was in den Köpfen anderer vorgegangen sein mag und natürlich in meinem. Vieles scheint falsch verstanden worden zu sein und daher ist jetzt die Zeit, einiges klar zu stellen und gerade zu rücken, bevor es so richtig weitergeht.

Passiert war folgendes

Es kamen ungefragt Emails. Keine Kommentare. Emails. Keine freundlichen, wie Ihr Euch denken könnt sondern eher gemeine Emails, mit denen mir Menschen, die ich nicht kenne, sagen wollten, dass ich zur Haltung eines Hundes offenbar nicht fähig bin.

Quintessenz: mein Hund könne einem leid tun und würde zum Problem. Im Übrigen hätte ich wohl ein Problem, weil ich so viel über Probleme schreibe. Beispielsweise das Problem nasser Pfoten. Das Problem langer Haare. Das Problem, einen Hund zu halten im Allgemeinen. Der Wunsch ging hin zu vernünftigen Hundehaltern, die mir endlich den Marsch blasen sollten, damit aus dem Gespann “Anne und ihr Hund” noch was Gescheites wird.

Ratlosigkeit

Meine Ratlosigkeit war einigermaßen groß. Noch größer mein Entsetzen über soviel Unfreundlichkeit und so wenig Courage, sich wenigstens öffentlich zu äußern.

Coralian war von Beginn an die Plattform, auf der ich öffentlich beschrieben habe, wie ich, die früher panische Angst hatte vor Hunden und immer behauptet hat, sie wäre ein Katzenmensch, ich die sich nie vorstellen konnte, mehr als 100 m freiwilig zu Fuß zu gehen, die ein Problem (sic!) hatte mit nassen Hundeschnauzen, die vor allem wirklich keine Ahnung hatte, was ein Hund so allem an Ansprüchen hat, insbesondere aber, was einem als Hundehalter durch andere Hundehalter alles abverlangt werden könnte, langsam zum Hundefan werde und insgesamt einfach erfahrener. Auch, wie ich meine eigene Linie finde.

Das alles ist ein Prozess, in den ich reingewachsen bin und immer noch reinwachse. Ein Prozess, der gelegentlich damit verbunden ist, dass ich mich wundere, über mich und den Rest der Welt (nicht nur den Rest der Hundebesitzer), der damit verbunden ist, dass ich mich frage, was richtig und was falsch ist, in dem ich mich informiere (und zwar überall - wozu gibt es neben realen Gesprächspartnern Literatur und Internet?) und in dem ich lerne. In dem ich sicher auch viel falsch mache. Der außerdem mit Erfolgen und Misserfolgen zu tun hat.

Ein Prozess, der sicherlich noch länger dauern wird. Ein Prozess, der mir Spaß macht, eine Sache, mit der ich wachse. Ich kann mich mit einer gewissen Selbstironie beobachten und ich nehme dabei nicht immer alles so wahnsinnig ernst. Es gibt Dinge, die mich wirklich aufregen, es gibt Dinge, die mich weniger aufregen. Es gibt vieles, dass ich verstehe, aber auch vieles, das ich nicht verstehe.

Und so verstehe ich dann auch Coralian. Ich schreibe darüber. Ich denke laut. Ich lerne. Über Banalitäten genauso wie über wirklich wichtige Fragestellungen. Eines habe ich nicht: ein Problem. Wenn ich über nasse Pfoten schreibe, dann habe ich damit kein Problem. Und trotzdem ich einen langhaarigen Hund habe, der mir sehr, sehr ans Herz gewachsen ist, muss ich noch lange keinen Gefallen daran finden, dem Hund den Matsch aus den Pfoten zu waschen.

Wenn ich explizit ein Problem hatte oder habe oder aber eine Frage, dann ist dies genau so formuliert. Nicht mehr nicht weniger. So war es denn auch mit der für mich doch sehr interessanten HD Diskussion, die mir unter anderem zeigte, dass man sich offenbar samt seines Zuchthund noch einiges mit “einkauft”. Die mir aber auch zeigte, was es da überhaupt alles Abtrünniges gibt. Und die mir zeigte, wie schwer der Dialog zwischen den Parteien ist, - etwas, das mir gut gefallen hätte und zwar öffentlich.

Was Coralian nicht ist

Coralian ist keine Hundewebsite. Hier bloggt nicht der Briard. Hier blogge ich! Coralian ist aber auch keine Selbstdarstellung, wie mir vorgeworfen wurde. Coralian ist just for fun.

Coralian ist nicht der Platz, um über den perfekten Briard zu schreiben und ebensowenig ist Coralian der Platz, wo sich ein perfekter Hundebesitzer mit knuffigen Stories äußert und der Hund gelegentlich “Wuff Wuff ” macht. Coralian ist die Seite eines kritisch denkenden Menschen. Eines Menschen, der der Meinung ist und bleibt, Hundeerziehung hätte auch einen ganz persönlichen Touch und könne nicht absolut von anderen vorgegeben werden.

Wer daher ein Problem hat mit einem nur fast perfekten Briard und einer nur fast perfekten Hundebesitzerin, in einer Umgebung, in der gelegentlich das Chaos tobt, der sollte hier vielleicht nicht lesen, sondern sich lieber um die eigene Perfektion kümmern. Ich jedenfalls lege keine Wert mehr auf Post von denen, die den Sinn meiner Website nicht verstehen und daher glauben, mich mit seltsamen Emails “erfreuen” zu müssen.

Allen anderen wünsche ich weiterhin viel, viel Spaß beim Lesen!

 

2 Antworten zum Beitrag “An meine Kritiker”

  1. Hoshi

    geschrieben am 02 Feb 09 um 00:45

    Ja, da gab es wohl einige Missverständnisse, auch ausgelöst durch völlig unterschiedliche Kommunikationsarten ….

    Wüffchen
    Hoshi

  2. Emil

    geschrieben am 03 Feb 09 um 16:41

    Welcome back!
    Dann werde ich als unperfekter Briard hier ab und zu mal “Wuff” machen. :-)
    WUFF
    Emil

Auch was dazu sagen?