Endlich wieder (fast) normal
Nein, nicht mein Arbeitsalltag. Noch bin ich mittendrin. Ich meine die Nele - die wurde nämlich prompt im größten Stress zum ersten Mal läufig. Ich hatte mir ja immer mal wieder ausgemalt, ob ich das erkennen würde, ob die Rüden bei uns Schlange stünden und wie Nele sich wohl so machen würde… Es war alles ganz anders - wie bei jeder Hündin. Erst nachher habe ich festgestellt, dass ich mir einige Überlegungen hätte sparen können, wenn ich einfach mal gegoogelt hätte. Inzwischen sind wir im Endspurt. Ich habe rein aus Sicherheitsgründen beschlossen, Nele lieber zwei Tage länger an der Leine zu lassen. Puh und ich bin froh, dass es vorbei ist! Aber: wir haben einiges gelernt!
Ich war vom ersten Tag an sehr vorsichtig. Nele nur noch an der Leine. Es gab nur eine Ausnahme: Spaziergänge mit Kira dort wo sich sonst kaum andere Hunde herumtreiben. Meine Rechnung, dass Nele in dieser Situation abgelenkt sein würde und ich mit Argusaugen den “Feind” im Anmarsch eher sehen würde als sie, ging voll auf. Es dauerte ein paar Tage, bis Hund und ich leinengängig wurden. Kaum übrigens war Nele läufig, wollte zunächst niemand anders mit ihr gehen. Ich hatte also die ungeliebte Leine und keinen Puffer, wenn es arbeitstechnisch hart auf hart kam. Mir fiel aber gerade in der ersten Woche auch auf, dass Nele immer umtriebiger wurde…
So kamen wir durch die ersten Tage und es war nur eines: nervenaufreibend. Dann aber habe ich festgestellt, wie schnell Nele sich an die Leine gewöhnt hat. Ich habe uns eine mittellange Leine gebaut, indem ich zwei Leinen zusammengepackt habe. 4-5 Meter sind eine tolle Distanz und.. ich habe für den Notfall (=Rüdeneinfangen) gleich zwei Leinen dabei. Und dann wurde auch klar: diese Läufigkeit schweißt uns zusammen. Wir wurden routiniert. Und es machte Spaß. Und weil es so viel Spaß machte und wir auch die Zeiten entsprechend timen konnten (nämlich erst die Rüden vorbeispazieren lassen), hatte ich auch wieder Unterstützung mit dem Hund, wenn es hart auf hart kam.
Dann kam die Depri-Phase. Auf die war ich nicht gefasst, aber dank Bea Hensler war ich dann doch recht beruhigt: Nele hatte ein paar Tage, in denen sie einfach ihre Ruhe wollte und abendelang nur rumhing. Na gut. Darf sie. Nur nach unserem Rumhäng-Vorfall vor einigen Monaten, als ich sofort zum Tierarzt gefahren bin, bin ich einfach vorsichtiger geworden.
Na und dann wurde Nele richtig renitent. Hüpfte in der Wohnung rum, fing an, alles zu beschnuppern und war insgesamt richtig “nervig”. Die heiße Phase. In dieser heißen Phase rannte uns dann auch eines Tages der Sammy hinterher - sowieso ein echt “heißer Typ”, der natürlich sehr interessiert war. Dank U. und dem beherzten Griff ans Halsband war das aber auch kein Problem. Ihr hättet nur den armen Sammy sehen müssen, als er von seinem Herrchen “abgeführt” wurde… eigentlich hat er mir leid getan.
Seit 3-4 Tagen ist Nele wieder ruhiger. Ich traue mich auch in einsamer Gegend wieder ohne Leine (und das macht dem Hund so richtig Spaß!). Ich denke, wir haben es mehr oder weniger hinter uns. Nele putzt sich nicht mehr so exzessiv, schuffelt nicht mehr an allem und wirkt “normaler”. Ich bin gespannt, ob ich das in einem Monat rückwirkend als stressig empfinden werde oder nicht…
Ach ja, die Rüden… wir haben versucht, Neles Spuren zu verteilen. Das heißt: auch bei Tiefsttemperaturen und Schnee nicht schnell abends in den Garten, sondern immer ein paar Meter weit weg. Ich bin mit Nele auch viel weggefahren, nur nicht von zu Hause los. Insgesamt gibt es bei uns im Eck nicht viele Rüden. Es waren zweimal welche da, aber ich glaube, das liegt eher daran, dass wir keinen Zaun haben. Es ist nicht das erste Mal, dass Hunde mal schnell durch den Garten rennen. Dass die Hunde kilometerweit rennen, das halte ich im Moment nach meiner Erfahrung für ein Gerücht (aber vielleicht wird das auch noch mal anders?).
Ansonsten geht es uns gut, bis auf meinen Dauerbeschuss, der hoffentlich bald ein Ende findet (was damit hoffentlich ein bisschen mehr zur Normalität beitragen wird). Ich komme leider kaum zum Bloggen, auch nicht zum Lesen. Nur am Rande habe ich beispielsweise Emils traurige Geschichte gelesen und freue mich, dass es ihm besser geht und er jetzt einen so tollen, warmen Mantel hat. Alles Gute von uns!
Sateth & Trouble
geschrieben am 12 Feb 10 um 18:52Endlich, nun ist die Blogger-Gemeinde wieder komplett :-)! Wir freuen uns sehr, von Dir zu lesen und zu erfahren, dass es, einmal abgesehen vom Dauerbeschuss (?), Deinen Lieben gut geht.
Ja, die Zeit der Läufigkeit einer Hündin… Nützliche Begleiter auf Seiten der Halter sind Aufmerksamkeit, Ruhe, Gelassenheit und Organisationsgeschick ;-). Scheinschwangerschaft ist dann wieder ein ganz anderes Thema, zu dem wir mit eigenen Erfahrungen nicht beitragen können. Unsere Hündinnen durchlebten bis dato glücklicherweise solche Phasen nicht.
Ansonsten wünschen wir Dir wieder mehr Zeit und Muße zum Schreiben im eigenen und zum Lesen der anderen Blog(s) ;-).
Liebe Grüße von den Hauptstädtern