Wenn schon keine Schafe da sind…

Wenn schon keine Schafe da sind, dann hütet der Briard eben die Wolle.

Derzeit entsteht für meine Nichte Flora ein kleines Strickjäckchen. Nur so ganz friedlich geht das leider nicht ab…

Wolle, dafür hat Nele offenbar den Riecher und zeichnet sich da wirklich durch Geschmack aus. Schließlich ist es Merinowolle, also die eines Feinwollschafs. Egal ob in der Tüte oder offen auf dem Sofa liegend: unbeobachtet darf man die Knäuel nicht liegen lassen, sofern man keine Lust auf zerfleddertes Strickzeug hat.

Der Briard - als echter Hütehund- kennt alle Tricks, sich möglichst nah an das Objekt seiner Begierde  ranzumachen. Da wird sich mal schnell ans Sofa gelehnt, dann legt man den Kopf gemütlich hin, als nächstes gibt man unauffällig erst eine, dann zwei Pfoten, die ebenso unauffällig auf dem Sofa liegen gelassen werden. Das alles, um im nächsten Moment zuzuschlagen. Nein, natürlich, wir wissen doch, lieber Briard, du erledigst einzig und allein deine Aufgabe und das machst du wie immer exzellent!

Und wehe, ein Knäuel bleibt kurz ohne menschliche Überwachung, dann wird der Briard rabiat energisch und treibt die Bewachung zur Perfektion. Wild um sich schlagend, mit dem Kopf wackelnd und dem Schwanz wedelnd wird das Strickzeug nicht nur durchs Zimmer, sondern die ganze Bude geschleift. Hier geblieben, ist angesagt.

Es war mal entspannender mit dem Stricken. Damit es nicht völlig entnervend wird, hat Nele inzwischen ein Spielknäuel. Das wird zwar genauso energisch durch die Gegend gebeutelt, aber so ganz das Wahre scheint es nicht zu sein. Man lässt sich eben nicht einfach so mit einem Plüschschaf abspeisen, wenn es auch echte Schafe gibt.

Nele pass auf: der nächste Pulli wird für dich, - als Belohnung fürs gute Hüten!

 

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