Erzählt mir doch nix…
Oh du meine geliebte Dreckschleuder…
Ja, du bist ein langhaariger, hübscher Hund und sowas braucht Pflege, ich weiß. Dass ich allerdings stündlich den Kamm oder die Bürste rausholen könnte, das hätte ich auch nicht gedacht…
Kürzlich erzählte mir eine Briard Besitzerin, sie habe früher einen Bobtail gehabt. Da sei es noch viel “schlimmer” (ja genau, sie sagte, soweit ich mich erinnere “schlimmer” - aber ich bin mir sicher, sie liebte ihren Bobtail). Was heißt “schlimmer”? Wer mir irgendwann mal erzählt hat, man müsse den Briard wöchentlich oder 14-tägig kämmen, der kennt meine Filzfellschleuder nicht. Ich bin da ja schon perfektionistisch veranlagt, wenn ich da mal anfange. Da wird alles rausgekämmt. Ich träume nur leise vom Rasta Look und von der Schere fürs ein oder andere Eck, während ich ganze Büsche aus meinem Hund ziehe - ich mag es, wenn am Hund wirklich jedes Haar sitzt, wenn ich denn schon mal angefangen habe.
Im Moment suche ich mir die Strecken eher nach Bodenbeschaffenheit aus. Das liegt daran, dass ich einfach nicht jeden Tag Zeit (ja und auch nicht jeden Tag den Nerv) habe, den Hund komplett durchzuwaschen und durchzustriegeln. Es gibt Tage, an denen ich arbeite und kaum Zeit habe. Da müssen wir uns dann was einfallen lassen.
Leider hat das heute nicht so gut geklappt mit der Bodenbeschaffenheit. Erst sind wir hinter zur verbotenen Pferderennstrecke. Dort hat jemand einen Parcours angelegt, um dort sein privates Pferderennen zu fahren. Man darf das Gelände daher laut Schild nicht betreten, was uns aber noch nie gestört hat (weil Teile davon öffentlicher Weg sind). Leider nur trabte heute dort das Pferd und daher mussten wir außenrum und der Hund an die Leine. Erst hatte Nele das Pferd und wohl auch das Pferd die Nele nicht gesehen, aber bei der nächsten Runde haben sie dann doch Witterung aufgenommen. Im Übrigen wäre die Strecke auch kein Highlight an Bodenbeschaffenheit gewesen. Dort ist es ziemlich sandig und Sand plus Matsch sind definitiv nicht das Non Plus Ultra.
Wir sind dann über die Wiese und schon von weitem hörte ich es laut bellen. Wir waren dort noch nie, daher wusste ich nicht, dass dort drei Schäferhunde im Zwinger wohnen, die alles andere als freundlich wirkten (ich hätte sie am liebsten befreit, sie taten mir leid - allerdings eher so der Typ Hund, der mir Angst macht, außerhalb eines Zwingers). Nele auch mit Seltenheitswert ohne Schwanzgewedel sondern eher irritiert. Weiter also an der Leine.
Leider liefen ein paar Meter weiter dann auch noch ein paar Hühner frei herum, die den Hund natürlich sehr interessiert hätten. Die Hühner allerdings verständigten sich kurz und laut gackernd und suchten das Weite. Leider nicht weit genug weg. Weiter an der Leine. Und das in freier Natur…
Und dann kam der Punkt, an dem ich genervt war, weil wir nämlich in einer Sackgasse landeten und wieder umdrehen mussten, wieder an diesen kläffenden Ungeheuern vorbei und dann quer übers Feld (nachdem der selbsternannte Jockey schon etwas unglücklich geschaut hatte beim Anblick der Nele und ich uns allen das nicht mehr unbedingt zumuten wollte) und weiter an der Straße entlang. Durch den Schlamm und mit Leine.
Kein wirkliches Highlight an Spaziergang, vor allem weil sich heute der Nebel einfach nicht verziehen wollte und es irgendwie scheußlich klamm war. Soll ich mich nun wirklich, beladen mit Arbeit dann auch noch mit enthusiastischem Hundegeschrubbe die Zeit vertreiben? Begeistert, versteht sich? Sorry, aber soweit geht meine Selbstlosigkeit nicht… Da muss es mal einen Tag schnell schnell gehen dürfen.
Johannes
geschrieben am 04 Feb 09 um 21:47Wir haben es heute schon mal erzählt, aber auch bei uns: Der Schnee taut stark, die Wege sind kaum begehbar, knöcheltiefe Wasserlöcher, eigentlich der gesamte Weg unter Wasser, links und rechts davon noch relativ viel Schnee, aber schon stark niedergetreten, sodass er sich mit der schmutzigen und natürlich nassen Erde vermischt … wir haben es geschafft, nach fast 90 Minuten komplett sauber nach Hause zu kommen! “Wir” sind die Pelzigen, meine Schuhe und Hose waren extrem pflegebedürftig … offenbar die langen Beine der beiden, die durchaus nicht vorsichtig marschieren, sondern wild hin- und herhüpfen und raufen … sollte dann doch einmal ein kleiner Schmutzspritzer den Bauch treffen, Staubtuch und alles glänzt wieder ;-), aber es heißt doch wo viel Licht ist auch viel Schatten und das mein ich im positivsten Sinn des Wortes.
herzlichst Johannes
Anne-Kathrin
geschrieben am 05 Feb 09 um 11:38An meine Klamotten denk ich schon gar nicht mehr :-)
Ich hab übrigens den Eindruck, der Schlauch (den wir wieder angeschlossen hatten, nachdem Hund wirklich so dreckig zurück kam, dass jeder Schritt in die Bude zuviel gewesen wäre), macht alles nur noch schlimmer, denn er hilft, die Matschreste so richtig toll mit dem Fell zu verkleben.
Ich bin immer noch am Theoretisieren, ob Trocknenlassen, Kämmen und nachher Staubsaugen (nicht den Hund, nur die nähere Umgebung des Hunds) nicht fast schneller und stressfreier geht…
Emils Frauchen
geschrieben am 06 Feb 09 um 09:16Nach 15 Jahren mit 2 Briards, die seltsamerweise 10 mal so viel Dreck produzieren wie einer, sehe ich das Ganze etwas gelassener. Teppichboden gibt es keinen, also lasse ich es oft einfach abrieseln und sauge es später auf. Emil ist ja sehr nett, liegt oft lange auf nur einem Platz und verteilt den Sand nicht im ganzen Haus.Ist es zu heftig, dann kommt der Schlauch oder die Gieskanne zum Einsatz.
LG
BB
Hoshi
geschrieben am 09 Feb 09 um 16:05Ein dickeres menschliches Fell zulegen :-)
Wüffchen
Hoshi